Expertise beim Radvernetzungstreffen 2026 in Oberösterreich

Publikum des Radvernetzungstreffen aus der Vogelperspektive aufgenommen

Von Netzplanung über Verkehrsberuhigung bis zu kosteneffizienten Lösungen im ländlichen Raum: Anfang März 2026 bot das Radvernetzungstreffen Oberösterreich vielfältige Impulse für Radverkehrsförderung in Gemeinden. Praxisbeispiele aus mehreren Bundesländern machten deutlich, was möglich ist, wenn Projekte mit Vision, mit Mut und Entschlossenheit und unter Einbindung der Bevölkerung umgesetzt werden. Zahlreiche Radkompetenz-Mitglieder waren auf der Bühne und im Foyer vertreten. Wir geben einen Überblick über zentrale Themen und ausgewählte Beiträge.

Größte Veranstaltung zu Alltagsradverkehr in Oberösterreich

Mit rund 250 Teilnehmer:innen hat das OÖ Radvernetzungstreffen 2026 erneut gezeigt, welchen Stellenwert der fachliche Austausch zum Alltagsradverkehr inzwischen erreicht hat. Die jährlich von Land Oberösterreich und Radkompetenz-Mitglied Klimabündnis Oberösterreich organisierte Veranstaltung bringt Radbeauftragte, Planer:innen, Gemeindevertreter:innen und weitere Fachleute zusammen, um von guten Beispielen zu lernen, Anregungen mitzunehmen und konkrete Umsetzungsfragen zu diskutieren. Die Kombination aus Vernetzung, Praxisnähe und fundiertem Fachinput sowie die kollegiale, motivierende Atmosphäre machen das Treffen für viele Teilnehmende zu einem Fixpunkt im Jahresverlauf.

Lernen von den Niederlanden

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Elke Schimmel vom Büro november:city in Utrecht mit ihrer Keynote „Radfahren für alle“. Sie zeigte auf, was Österreich von den Niederlanden lernen kann: Neben klaren Designkriterien in der Netzplanung sei es wichtig breite Allianzen zu bilden. Bei Radverkehrsprojekten strategisch Themen wie Gesundheit, Wirtschaft und Lebensqualität in den Fokus zu rücken, ermögliche oft erfolgreiche Umsetzungen. Daran anschließend präsentierten Bürgermeister aus Pasching und St. Marien Projekte aus ihren Gemeinden, die insbesondere für Vertreter:innen anderer Gemeinden wertvolle Einblicke boten. Mit einem anschaulichen und zugleich unterhaltsamen Beitrag zeigte Buchautor Carsten Diekmann, wie radfreundlich gestaltete Ortszentren den lokalen Handel stärken können – und wie es gelingt, Radfreundlichkeit als Standortfaktor in der Wirtschaft zu verankern.

Blick ins Land und übers Land hinaus

Dorian Vavti, Radverkehrsbeauftragter des Landes Oberösterreich, und Robert Stögner vom Klimabündnis Oberösterreich gaben einen Überblick aktueller Aktionen und Projekte der FahrRad-Beratung OÖ sowie zu Neuigkeiten zum Radverkehr auf Landesebene – etwa zum aktuellen Stand der Radzielnetzplanung in Oberösterreich.

Einen Blick über die Landesgrenzen ermöglichte Radkompetenz-Mitglied Christine Zopf-Renner von der Mobilitätszentrale Burgenland. Anhand von Fahrradstraßen auf Güterwegen in Burgenland zeigte sie das Potenzial dieses Netzelements für eine kosteneffiziente Entwicklung des Radnetzes im ländlichen Raum. Aspekte wie Flächenschonung und wirtschaftliche Realisierbarkeit sind dabei in Oberösterreich, als Flächenbundesland mit hoher Versiegelungsquote und in Zeiten von Spardruck, von besonderer Bedeutung.

Publikum im Vordergrund, Rednerin auf Bühne mit Präsentationsleinwand

Radhauptroute im Mischverkehr

Ein weiteres Good-Practice-Beispiel lieferte Manuel Hammel mit einer anschaulichen Rundtour durch St. Pölten. Bei der Neugestaltung des Promenadenrings unter Beteiligung von Radkompetenz-Mitglied Rosinak&Partner wurde  trotz grundsätzlich angestrebter Trennung zugunsten der Aufenthaltsqualität auf Mehrzweckstreifen im Mischverkehr gesetzt. Grundlage dafür waren verkehrsorganisatorische Maßnahmen wie die deutliche Reduktion des Kfz-Aufkommens auf ein verträgliches Niveau sowie die Einführung von Tempo 30, wodurch eine sichere Nutzung ermöglicht werden konnte.

Neu gestalteter Promenadenring St. Pölten, mit Mehrzweckstreifen, Begrünung und Pflaster

Tempo und Aufenthaltsqualität

Wie können Ortszentren und Hauptachsen so weiterentwickelt werden, dass sie sowohl für den Radverkehr sicherer als auch als öffentliche Räume qualitativ aufgewertet werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Beitrags von Radkompetenz-Mitglied Alexander Fritz von den Verkehrsingenieuren. In seinem Vortrag „Weniger Tempo, mehr Aufenthaltsqualität – Beispiele aus Vorarlberg“ zeigte er anhand konkreter Beispiele, wie eng Verkehrsberuhigung und Aufenthaltsqualität zusammenhängen. Im anschließenden Workshop wurde diese Verknüpfung praxisnah vertieft. Die Parallelworkshops boten Raum für Vernetzung, Austausch zu Kommunikationsstrategien – etwa im Bereich Social Media – sowie zur Umsetzung von Radwegweisung und Beschilderung.

Radkompetenz zeigt Präsenz

Mitglieder der Radkompetenz-Plattform waren beim Radvernetzungstreffen auch im Foyer und als Sachsponoren präsent: INNOVAMETALL, Velovio Fahrradmöbel und Ziegler Außenanlagen beteiligten sich an der Verlosung von Gemeindepreisen und stellten jeweils eine Radabstellanlage zur Verfügung – ein praxisnaher Beitrag, der von den teilnehmenden Gemeinden besonders geschätzt wurde. Radkompetenz-Koordinatorin Irene Wögerer präsentierte die Radkompetenz Online-Akademie:

Frau vor Radkompetenz Infostand

Rückenwind dank Netzwerk

Die lebendige und engagierte Atmosphäre des mittlerweile 15. Radvernetzungstreffens machte deutlich, wie stark sich das Netzwerk der FahrRad-Beratung Oberösterreich entwickelt hat. Nach Abschluss der Beratung bleiben Radbeauftragte, Bürgermeister:innen und Verwaltungsmitarbeitende als Teil des Netzwerks mit der FahrRad Beratung in Kontakt, nutzen Weiterbildungsangebote und treiben Projekte gemeinsam voran. Diese Community ist beim Radvernetzungstreffen spürbar. Für viele engagierte Akteur:innen wirkt das Treffen nicht nur motivierend, sondern fungiert auch als konkreter Impulsgeber für die Umsetzung vor Ort.

Gruppe bei Gutscheinübergabe vor Roll-upsGruppe bei Gutscheinübergabe vor Roll-ups

Rückblick zum Radvernetzungstreffen 2026 mit Präsentationen auf www.fahrradberatung.at

Weitere Fotos vom Radvernetzungstreffen 2026 hier im Flickr-Album 

Fotos: Klimabündnis OÖ, Stadt St. Pölten

Mehr von den Radkompetenz-Mitgliedern in diesem Artikel:

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Publikum des Radvernetzungstreffen aus der Vogelperspektive aufgenommen

Von Netzplanung über Verkehrsberuhigung bis zu kosteneffizienten Lösungen im ländlichen Raum: Anfang März 2026 bot das Radvernetzungstreffen Oberösterreich vielfältige Impulse für Radverkehrsförderung in Gemeinden. Praxisbeispiele aus mehreren Bundesländern machten deutlich, was möglich ist, wenn Projekte mit Vision, mit Mut und Entschlossenheit und unter Einbindung der Bevölkerung umgesetzt werden. Zahlreiche Radkompetenz-Mitglieder waren auf der Bühne und im Foyer vertreten. Wir geben einen Überblick über zentrale Themen und ausgewählte Beiträge.

Größte Veranstaltung zu Alltagsradverkehr in Oberösterreich

Mit rund 250 Teilnehmer:innen hat das OÖ Radvernetzungstreffen 2026 erneut gezeigt, welchen Stellenwert der fachliche Austausch zum Alltagsradverkehr inzwischen erreicht hat. Die jährlich von Land Oberösterreich und Radkompetenz-Mitglied Klimabündnis Oberösterreich organisierte Veranstaltung bringt Radbeauftragte, Planer:innen, Gemeindevertreter:innen und weitere Fachleute zusammen, um von guten Beispielen zu lernen, Anregungen mitzunehmen und konkrete Umsetzungsfragen zu diskutieren. Die Kombination aus Vernetzung, Praxisnähe und fundiertem Fachinput sowie die kollegiale, motivierende Atmosphäre machen das Treffen für viele Teilnehmende zu einem Fixpunkt im Jahresverlauf.

Lernen von den Niederlanden

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Elke Schimmel vom Büro november:city in Utrecht mit ihrer Keynote „Radfahren für alle“. Sie zeigte auf, was Österreich von den Niederlanden lernen kann: Neben klaren Designkriterien in der Netzplanung sei es wichtig breite Allianzen zu bilden. Bei Radverkehrsprojekten strategisch Themen wie Gesundheit, Wirtschaft und Lebensqualität in den Fokus zu rücken, ermögliche oft erfolgreiche Umsetzungen. Daran anschließend präsentierten Bürgermeister aus Pasching und St. Marien Projekte aus ihren Gemeinden, die insbesondere für Vertreter:innen anderer Gemeinden wertvolle Einblicke boten. Mit einem anschaulichen und zugleich unterhaltsamen Beitrag zeigte Buchautor Carsten Diekmann, wie radfreundlich gestaltete Ortszentren den lokalen Handel stärken können – und wie es gelingt, Radfreundlichkeit als Standortfaktor in der Wirtschaft zu verankern.

Blick ins Land und übers Land hinaus

Dorian Vavti, Radverkehrsbeauftragter des Landes Oberösterreich, und Robert Stögner vom Klimabündnis Oberösterreich gaben einen Überblick aktueller Aktionen und Projekte der FahrRad-Beratung OÖ sowie zu Neuigkeiten zum Radverkehr auf Landesebene – etwa zum aktuellen Stand der Radzielnetzplanung in Oberösterreich.

Einen Blick über die Landesgrenzen ermöglichte Radkompetenz-Mitglied Christine Zopf-Renner von der Mobilitätszentrale Burgenland. Anhand von Fahrradstraßen auf Güterwegen in Burgenland zeigte sie das Potenzial dieses Netzelements für eine kosteneffiziente Entwicklung des Radnetzes im ländlichen Raum. Aspekte wie Flächenschonung und wirtschaftliche Realisierbarkeit sind dabei in Oberösterreich, als Flächenbundesland mit hoher Versiegelungsquote und in Zeiten von Spardruck, von besonderer Bedeutung.

Publikum im Vordergrund, Rednerin auf Bühne mit Präsentationsleinwand

Radhauptroute im Mischverkehr

Ein weiteres Good-Practice-Beispiel lieferte Manuel Hammel mit einer anschaulichen Rundtour durch St. Pölten. Bei der Neugestaltung des Promenadenrings unter Beteiligung von Radkompetenz-Mitglied Rosinak&Partner wurde  trotz grundsätzlich angestrebter Trennung zugunsten der Aufenthaltsqualität auf Mehrzweckstreifen im Mischverkehr gesetzt. Grundlage dafür waren verkehrsorganisatorische Maßnahmen wie die deutliche Reduktion des Kfz-Aufkommens auf ein verträgliches Niveau sowie die Einführung von Tempo 30, wodurch eine sichere Nutzung ermöglicht werden konnte.

Neu gestalteter Promenadenring St. Pölten, mit Mehrzweckstreifen, Begrünung und Pflaster

Tempo und Aufenthaltsqualität

Wie können Ortszentren und Hauptachsen so weiterentwickelt werden, dass sie sowohl für den Radverkehr sicherer als auch als öffentliche Räume qualitativ aufgewertet werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Beitrags von Radkompetenz-Mitglied Alexander Fritz von den Verkehrsingenieuren. In seinem Vortrag „Weniger Tempo, mehr Aufenthaltsqualität – Beispiele aus Vorarlberg“ zeigte er anhand konkreter Beispiele, wie eng Verkehrsberuhigung und Aufenthaltsqualität zusammenhängen. Im anschließenden Workshop wurde diese Verknüpfung praxisnah vertieft. Die Parallelworkshops boten Raum für Vernetzung, Austausch zu Kommunikationsstrategien – etwa im Bereich Social Media – sowie zur Umsetzung von Radwegweisung und Beschilderung.

Radkompetenz zeigt Präsenz

Mitglieder der Radkompetenz-Plattform waren beim Radvernetzungstreffen auch im Foyer und als Sachsponoren präsent: INNOVAMETALL, Velovio Fahrradmöbel und Ziegler Außenanlagen beteiligten sich an der Verlosung von Gemeindepreisen und stellten jeweils eine Radabstellanlage zur Verfügung – ein praxisnaher Beitrag, der von den teilnehmenden Gemeinden besonders geschätzt wurde. Radkompetenz-Koordinatorin Irene Wögerer präsentierte die Radkompetenz Online-Akademie:

Frau vor Radkompetenz Infostand

Rückenwind dank Netzwerk

Die lebendige und engagierte Atmosphäre des mittlerweile 15. Radvernetzungstreffens machte deutlich, wie stark sich das Netzwerk der FahrRad-Beratung Oberösterreich entwickelt hat. Nach Abschluss der Beratung bleiben Radbeauftragte, Bürgermeister:innen und Verwaltungsmitarbeitende als Teil des Netzwerks mit der FahrRad Beratung in Kontakt, nutzen Weiterbildungsangebote und treiben Projekte gemeinsam voran. Diese Community ist beim Radvernetzungstreffen spürbar. Für viele engagierte Akteur:innen wirkt das Treffen nicht nur motivierend, sondern fungiert auch als konkreter Impulsgeber für die Umsetzung vor Ort.

Gruppe bei Gutscheinübergabe vor Roll-upsGruppe bei Gutscheinübergabe vor Roll-ups

Rückblick zum Radvernetzungstreffen 2026 mit Präsentationen auf www.fahrradberatung.at

Weitere Fotos vom Radvernetzungstreffen 2026 hier im Flickr-Album 

Fotos: Klimabündnis OÖ, Stadt St. Pölten

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